Lehrer-Vertreter streiten um Freistellung

Salzburger Nachrichten vom 07.04.2015
Link zum Artikel in den SN >>>

wizany_personalvertreter_freistellung

Bild: SN/www.salzburg.com/wizany >>>

Die Personalvertreter der rund 5000 Salzburger Pflichtschullehrer sind derzeit stark mit sich selbst beschäftigt: “Der ganze Zentralausschuss ist praktisch blockiert. Das schwächt uns ungemein“, sagt etwa der grüne Mandatar Wolfgang Haag.

Der Grund: Die sieben Lehrervertreter in dem Gremium streiten, wer vom Schülerunterrichten wie viel freigestellt wird. Denn: Insgesamt gab es vier “ganze Freistellungen”, die sich die sieben Personalvertreter aufteilten. Sodass jeder ein wenig unterrichtete, den Großteil seiner Zeit aber mit Ausschusstätigkeit verbringen konnte.

Damit ist es aber vorbei. Schon vor Monaten wurde gerangelt, welche Fraktion wie stark “freigespielt” würde. Bis der Chef der stärksten Fraktion, Siegfried Gierzinger, mit seiner Mehrheit folgende Regelung beschloss: Die Liste Gierzinger bekommt sämtliche “Freistellungszeit”, die beiden Mitglieder der Christlichsozialen Lehrer und der Grünen gar nichts.

Wogegen diese bei der Aufsichtskommission des Landes beriefen. Und Recht bekamen. Wogegen Gierzinger wiederum Berufung einlegte. Was nun das Landesverwaltungsgericht auf den Plan rief. Die Schulabteilung wurde indessen ebenfalls tätig: Die dem Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) unterstehenden Beamten verfügten, dass es vorerst gar keine Freistellungen mehr für die Personalvertreter geben soll. Argument: Da es keinen rechtskräftigen Beschluss über die Aufteilung gebe, könne auch keine Freistellung gewährt werden. Alles andere sei Amtsmissbrauch, heißt es aus Haslauers Büro. Und noch etwas: Statt vier Vollzeit-Dienstfreistellungen gewähre das Land jetzt nur mehr drei. Der Grund: Die vierte Planstelle gebe es nur für “besonderen Arbeitsanfall”, der aber wohl nicht vorhanden sei.

Das wiederum wertet Gierzinger als politisches Foul – wohl auch, weil er jahrzehntelang für die ÖVP ins Rennen gezogen war, dann aber im Streit schied und eine eigene Liste gründete.

Was heißt das alles nun? Einerseits, dass die Personalvertreter wieder an ihren Schulen unterrichten müssen. Theoretisch. Praktisch erhalten sie vom Direktor jedes Mal frei, wenn sie einer Ausschusstätigkeit nachgehen. Wobei ihre Lehrerkollegen dann supplieren müssen.

Nicht weniger schmerzhaft dürfte sein, dass alle Betroffenen jetzt viel weniger verdienen: Denn mit der “Freistellung” geht eine Aufzahlung von Tausenden Euro einher.

Ein Plädoyer für die NMS

Dieser Text als pdf zum Download >>>

wolfgang

Wieder schwappt ein Tsunami von Halbwahrheiten und Verdrehungen über die österreichische Schullandschaft. Wieder werden daraus „Forderungen“ und notwendige Veränderungen von sogenannten „Bildungsexperten“ abgeleitet. Jetzt wissen wir es also, die NMS ist nicht besser als die Hauptschule, obwohl mehrere 100 Millionen Euro dafür ausgegeben wurden.

Überrascht?

Wer die Studie genau liest wird erkennen, dass es dabei nur darum ging, Erkenntnisse über die Wirkung des pädagogischen Konzepts der Neuen Mittelschule zu erbringen. Die NMS ist nämlich in erster Linie ein pädagogisches Konzept und kein schulorganisatorisches.

Nur, kein pädagogisches Konzept der Welt kann ein finanziell ausgehungertes Schulsystem plötzlich effizient arbeiten lassen. (Es fehlen alleine 20 000 Planstellen an Unterstützungspersonal um den OECD-Durchschnitt zu erreichen.)

Kein pädagogisches Konzept der Welt kann die grundlegenden strukturellen Probleme unseres Schulsystems bereinigen. (Durch das Parallel-System „Gymnasium-Unterstufe“ blieb das Problem der frühen Selektion von SchülerInnen trotz NMS weiter bestehen.)

Kein pädagogisches Konzept der Welt kann den jahrzehntelangen Stillstand in der Organisationsentwicklung unseres Schulsystems ausgleichen.

Ein zentrales Ergebnis der Evaluation: „Auch Schulklima und Lernkultur verbessern sich durch die NMS deutlich. Nachweislich weniger Druck und Lernstress für die SchülerInnen. Mehr Zufriedenheit mit der Schule, etwas mehr Freude beim Lernen“.

Ich bin seit 2008 (G1) Lehrer an einer NMS. Unser Schulalltag ist seit der NMS-Umstellung definitiv stärker von positiven Beziehungen geprägt und das ist die Basis des Lernens in dieser Altersstufe.

Wolfgang Haag

Es war Wahl…

wolfgang

Bei der letzten Personalvertretungswahl kam es dazu, dass die 7 Mandate des Zentralausschusses so aufgeteilt wurden, dass 5 Mandate auf das Team Gierzinger und jeweils ein Mandat auf das Team Neubacher und die GRULUG entfielen.

Das hätte – so wie bei den Wahlen davor – bedeutet, dass für jedes Mandat eine halbe Freistellung für die jeweiligen MandatarInnen zur Verfügung gestellt wird, damit diese ihre Arbeit entsprechend ausführen können.

Eine Selbstverständlichkeit – möchte man meinen.

In der Sitzung vom 23.1.2015 hat die Mehrheitsfraktion, das Team Gierzinger, beschlossen, alle für den ZA zur Verfügung stehenden Freistellungen nur für die eigene Fraktion zu verwenden.

Das bedeutet, dass für 40 % der WählerInnen keine freigestellten PersonalvertreterInnen im ZA sind.

Wir haben daher gemeinsam mit dem Team Neubacher eine Aufsichtsbeschwerde bei der Salzburger Landesregierung eingebracht. Wir werden gemeinsam alle Rechtsmittel ausschöpfen, damit auch im ZA demokratische Grundprinzipien eingehalten werden.

Wir wollen uns aber nicht in diesen Streitereien verlieren, sondern unsere Arbeit ungeachtet dieser Schwierigkeiten wie bisher inhaltlich fortführen, so wie es vom Gesetz vorgesehen ist und wie wir es den WählerInnen versprochen haben.

Über unsere Anträge im ZA zur NMS und den SPF-Zuteilungen lesen Sie bitte hier weiter >>>

Wahlnachlese

Dieser Text als pdf zum Download >>>

wolfgangWir bedanken uns bei allen, die uns durch ihre Stimme bei der PV-Wahl ihr Vertrauen ausgesprochen haben!

GRULUG ist nun in folgenden Gremien vertreten:
Zentralausschuss: 1 Mandat
DA Sbg.Stadt: 4 Mandate
DA Sbg.Umgebung: 2 Mandate
DA Hallein: 1 Mandat
DA Zell/See: 1 Mandat
DA St. Johann: 1 Mandat

Wir werden in den nächsten 5 Jahren mit aller Kraft für eine neue Beziehungskultur, eine neue „Schulhauskultur“ arbeiten. Den Mächtigen sowohl auf der Dienstgeberseite, als auch in der Personalvertretung und Gewerkschaft werden wir sehr genau auf die „Finger schauen“ und vehement für mehr Gerechtigkeit, Transparenz und Demokratisierung kämpfen.

Zu den unrühmlichen Vorgängen bei der Wahl selbst halten wir fest:

Wir distanzieren uns von der Anzeige, die Sigi Gierzinger und Toni Polivka wegen der Fehler, die im Rahmen der Briefwahl zur PV-Wahl 2014 passiert sind, bei der Staatsanwaltschaft gegen „Unbekannt“ eingebracht haben. Wir stellen hiermit klar, dass die Anzeige nicht im Namen des Zentralausschusses oder mit unserer Zustimmung erfolgt ist.

Nichtsdestotrotz fordern wir, dass die Gründe und Verantwortlichkeiten für die Fehler bei der Abwicklung in Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg und der Post AG aufgeklärt werden. Durch das entstandene Chaos ist einerseits ein Imageschaden für die LehrerInnen in der Öffentlichkeit und andererseits ein Vertrauensverlust für die Personalvertretung und Gewerkschaft innerhalb der Lehrerschaft verursacht worden. Wenn für die Zukunft nicht sichergestellt werden kann, dass eine Briefwahl verlässlich funktioniert, ist die Abwicklung der PV-Wahl durch „Briefwahl von Amts wegen“ prinzipiell zu hinterfragen.

Wir sehen jedoch keinen Grund, irgendjemandem zu unterstellen, dass die Fehler aus Mutwilligkeit oder mit Vorsatz passiert seien und betrachten deshalb eine Anzeige als nicht gerechtfertigt und kontraproduktiv.

Im Sinne des bisherigen und zukünftigen konstruktiven Miteinanders zwischen dem Land Salzburg und den LehrerInnenvertretungen sprechen wir den BeamtInnen des Landes Salzburg unser Vertrauen aus und erkennen deren Bemühungen zur ordnungsgemäßen Durchführung der Briefwahl von Seiten des Landes an.