Zur Kontingentberechnung 2014/15

Wertschätzung heißt auch Transparenz und Gerechtigkeit

Wolfgang HaagIn Zeiten wie diesen, in denen die Finanz- Töpfe des Landes leer sind, werden auch die Ressourcen an den Schulen eher weniger als mehr. Es ist daher ein Gebot der Stunde, dass diese Ressourcenzuteilung an die Schulen in Form von Unterrichtsstunden transparent, für alle nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien zu erfolgen hat. Jede Schule muss grundsätzlich gleich behandelt werden und einen garantierten Sockelbetrag erhalten, der sich nach festgelegten Zuteilungsschlüsseln ergibt. Davon abweichende Stundenkontingente müssen sich plausibel aus der speziellen Situation der Schule ergeben. Dieser Vorgang muss für alle Schulen im Land transparent und einsichtig gemacht werden.

Das ist das Ziel, das wir versuchen umzusetzen. Dazu haben wir im ZA schon eine grundsätzliche Übereinkunft gefunden. Der Dienstgeber unternimmt Schritte in die richtige Richtung. Wir laden alle ein, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen.

„Der Zentralausschuss hat sich in seiner Sitzung am 28. Jänner 2014 mit dem Vorschlag zur Kontingentsberechnung für 2014/15 befasst und stellt dazu einstimmig fest:

Modell für Sonderschulen:

Die Kontingente für die einzelnen Schulen müssen nachvollziehbar berechnet werden, jedes Schulkontingent muss daher jeder Schule bekannt sein. Besonders in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen ist diese Transparenz aus unserer Sicht ein zwingendes Erfordernis.

Das Bestreben, nunmehr auch die Berechnung der Stundenkontingente für einzelne Sonderschulen nach einer transparenten und gleichlautenden Formel zu berechnen, wird begrüßt.

Dass im Gegensatz zur Berechnung für andere Schultypen die Schulen einen „Sockelbetrag“ garantiert bekommen und es zur lange von uns geforderten „Stundengarantie“ kommt, möchten wir ausdrücklich positiv hervorheben.

Die unterschiedlich hohe Verteilung der Sockelbeträge in den einzelnen Bezirken sollte mit überprüfbaren Parametern dokumentiert und begründet werden, auch wenn wir damit nicht in Abrede stellen wollen, dass die Bedingungen in den einzelnen Bezirken unterschiedlich sein können.

Problematisch erscheint uns die unterschiedlich hohe Stundendotierung von Schülern/innen mit SE-Förderbedarf und auch Schülern/innen in basalen Klassen, abhängig davon, in welchem Bezirk diese Kinder beschult werden.

Modell für Volksschulen (ohne nieder organisierte VS), ohne Schuleingangsphase:

Die hohen Anforderungen eines transparenten und daher nachvollziehbaren Berechnungsmodells des Stundenkontingents an Volksschulen erfüllt der vorliegende Entwurf nicht.

Die Tatsache, dass trotz Berechnung jede vorgesetzte Behörde Stunden an der einzelnen Schule abziehen kann, erscheint wenig transparent. Unser Vorschlag wäre hier, analog dem Berechnungsmodell für Sonderschulen einen Sockelbetrag einzuführen und für die individuellen schulischen Erfordernisse zusätzliche Stundenkontingente bereitzustellen.

Die Grundausstattung mit autonom verwendbaren Stunden erscheint uns zu wenig, vor allem aus dem Gesichtspunkt, wie viele verschiedenen Bereiche des schulischen Alltages zukünftig damit abgedeckt werden müssen (Unverbindliche Übungen, Schwerpunkte, Bücherei, Werkteilungen…). Zu befürchten ist eine Verschiebung der Prioritäten gegen die Fächer Technisches- und Textiles-Werken, da die Werkteilungsstunden rein aus dem autonomen Kontingent zu bewirtschaften sind und somit in direkter Konkurrenz zu den anderen Bereichen stehen. Probleme mit der Vollbeschäftigung der 128 Werklehrerinnen sind zu befürchten.

Aus den oben genannten Gründen lehnen wir den Entwurf ab und fordern den Dienstgeber auf, Verhandlungen zur Verbesserung des Modells mit uns als Personalvertretung aufzunehmen.“

Wolfgang Haag
ZA PflichtschullehrerInnen
Mitglied

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