Wie den Lehrberuf bis zur Pension durchhalten?

monikaAm 4. 10. berichtete die SN von der Problematik, dass kaum eine Lehrperson die Unterrichtstätigkeit bis zum regulären Pensionsalter durchhält. „Die Leute wollen von mir oft nur mehr wissen, wie sie irgendwie in die Pension kommen. Irgendwie halten sie einfach das Gewusel, den ununterbrochenen Lärm nicht mehr aus…“ so wird der ZA-Vorsitzende der PflichtschullehrerInnen zitiert. Auf die Antwort, was zu tun wäre, sagte der Personalvertreter laut SN: „Wenn ich das wüsste, wäre ich wahrscheinlich schon Bundespräsident.

Ich möchte zwar nicht Bundespräsidentin werden, aber ich habe ganz konkrete Vorstellungen, was zu tun wäre. Nämlich die Arbeitsbedingungen so zu verändern, dass wir LehrerInnen nicht so weit kommen, dass wir „nur mehr irgendwie in Pension wollen“ oder sagen: „Bitte gebt mir irgendetwas, vielleicht in einer Bibliothek. Ich mache alles.“ Wir wollen nämlich nicht „irgendetwas“ machen, sondern genau das, wozu wir ausgebildet wurden: Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Damit wir das tun können, ohne mit 50 oder 60 ausgelaugt und ausgebrannt zu sein, brauchen wir (um nur zwei Punkte zu nennen):

Erstens Arbeitsplätze, an denen wir in Ruhe den Unterricht vor- und nachbereiten können, sowie Räume, wo wir mit KollegInnen kommunizieren können – ohne dass es rundherum „wuselt und ständig einer was will“.

Zweitens brauchen wir viel mehr Unterstützungspersonal wie BeratungslehrerInnen, SozialarbeiterInnen usw. (wie das in anderen EU-Ländern üblich ist), damit wir uns auf unsere Hauptaufgabe, den Unterricht, konzentrieren können.

Beides kostet natürlich Geld. Es braucht den politischen Willen, dieses Geld zu investieren, ansonsten werden die vielen Krankenstände und verfrühten Pensionsantritte mehr statt weniger werden. Wann wird unsere Gewerkschaft die maßgeblichen Parteien endlich davon überzeugen können?

Monika Wölflingseder
NMS-Lehrerin und Personalvertreterin

Zur Kontingentberechnung 2014/15

Wertschätzung heißt auch Transparenz und Gerechtigkeit

Wolfgang HaagIn Zeiten wie diesen, in denen die Finanz- Töpfe des Landes leer sind, werden auch die Ressourcen an den Schulen eher weniger als mehr. Es ist daher ein Gebot der Stunde, dass diese Ressourcenzuteilung an die Schulen in Form von Unterrichtsstunden transparent, für alle nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien zu erfolgen hat. Jede Schule muss grundsätzlich gleich behandelt werden und einen garantierten Sockelbetrag erhalten, der sich nach festgelegten Zuteilungsschlüsseln ergibt. Davon abweichende Stundenkontingente müssen sich plausibel aus der speziellen Situation der Schule ergeben. Dieser Vorgang muss für alle Schulen im Land transparent und einsichtig gemacht werden.

Das ist das Ziel, das wir versuchen umzusetzen. Dazu haben wir im ZA schon eine grundsätzliche Übereinkunft gefunden. Der Dienstgeber unternimmt Schritte in die richtige Richtung. Wir laden alle ein, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen.

„Der Zentralausschuss hat sich in seiner Sitzung am 28. Jänner 2014 mit dem Vorschlag zur Kontingentsberechnung für 2014/15 befasst und stellt dazu einstimmig fest:

Modell für Sonderschulen:

Die Kontingente für die einzelnen Schulen müssen nachvollziehbar berechnet werden, jedes Schulkontingent muss daher jeder Schule bekannt sein. Besonders in Zeiten immer knapper werdender Ressourcen ist diese Transparenz aus unserer Sicht ein zwingendes Erfordernis.

Das Bestreben, nunmehr auch die Berechnung der Stundenkontingente für einzelne Sonderschulen nach einer transparenten und gleichlautenden Formel zu berechnen, wird begrüßt.

Dass im Gegensatz zur Berechnung für andere Schultypen die Schulen einen „Sockelbetrag“ garantiert bekommen und es zur lange von uns geforderten „Stundengarantie“ kommt, möchten wir ausdrücklich positiv hervorheben.

Die unterschiedlich hohe Verteilung der Sockelbeträge in den einzelnen Bezirken sollte mit überprüfbaren Parametern dokumentiert und begründet werden, auch wenn wir damit nicht in Abrede stellen wollen, dass die Bedingungen in den einzelnen Bezirken unterschiedlich sein können.

Problematisch erscheint uns die unterschiedlich hohe Stundendotierung von Schülern/innen mit SE-Förderbedarf und auch Schülern/innen in basalen Klassen, abhängig davon, in welchem Bezirk diese Kinder beschult werden.

Modell für Volksschulen (ohne nieder organisierte VS), ohne Schuleingangsphase:

Die hohen Anforderungen eines transparenten und daher nachvollziehbaren Berechnungsmodells des Stundenkontingents an Volksschulen erfüllt der vorliegende Entwurf nicht.

Die Tatsache, dass trotz Berechnung jede vorgesetzte Behörde Stunden an der einzelnen Schule abziehen kann, erscheint wenig transparent. Unser Vorschlag wäre hier, analog dem Berechnungsmodell für Sonderschulen einen Sockelbetrag einzuführen und für die individuellen schulischen Erfordernisse zusätzliche Stundenkontingente bereitzustellen.

Die Grundausstattung mit autonom verwendbaren Stunden erscheint uns zu wenig, vor allem aus dem Gesichtspunkt, wie viele verschiedenen Bereiche des schulischen Alltages zukünftig damit abgedeckt werden müssen (Unverbindliche Übungen, Schwerpunkte, Bücherei, Werkteilungen…). Zu befürchten ist eine Verschiebung der Prioritäten gegen die Fächer Technisches- und Textiles-Werken, da die Werkteilungsstunden rein aus dem autonomen Kontingent zu bewirtschaften sind und somit in direkter Konkurrenz zu den anderen Bereichen stehen. Probleme mit der Vollbeschäftigung der 128 Werklehrerinnen sind zu befürchten.

Aus den oben genannten Gründen lehnen wir den Entwurf ab und fordern den Dienstgeber auf, Verhandlungen zur Verbesserung des Modells mit uns als Personalvertretung aufzunehmen.“

Wolfgang Haag
ZA PflichtschullehrerInnen
Mitglied

Gehaltsabschluss 2014/15

Ein guter Lohnabschluss sieht anders aus!

Am 17.01.2014 haben Gewerkschaft und Regierung unser Gehalt bis 31.12.2015 vereinbart.

Ab 1.3.2014 werden die Gehälter um 1,4 Prozent und dazu um 14,50 Euro erhöht (Inflationsabgeltung 2,33% nur für ein Monatsgehalt von 1560 €). Zulagen und Vergütungen werden um 2,02 Prozent erhöht.

Ab 1.3.2015 werden die Gehälter um die Inflationsrate (Okt.13-Sept.14) und 0,1 Prozent erhöht.

gehaltsrunden_beamte

Nach 14 Monaten Nulllohnerhöhung ist ein Abschluss unter der Inflationsrate inakzeptabel. Noch dazu, wenn alle anderen Branchen zw. 2,5 und 3,2 Prozent Erhöhung bekamen.

Die Gehaltstabelle als Download >>>