Datenleck, BIFIE & Stopp der Testungen

Rückführung des ausgegliederten BIFIE in die Bundeskompetenz und Mindeststandards für die Vergabe öffentlicher Aufträge an Internetfirmen!

Aktuell dazu: Ministerin stoppt Testungen >>>

ugoed_logoDas Datenleck im BIFIE bzw. bei der Kapsch-BusinessCom AG oder ihrer rumänischen Tochterfirma Kapsch SRL ist allem Anschein nach die Folge einer fahrlässigen Auftragsvergabe durch das ausgegliederte und in seiner Geschäftsführung dem BMUKK verantwortliche BIFIE. Das nach Aussage der Bildungsministerin bereits geschlossene Datenleck betrifft 400.000 anonymisierte Testbögen der Informellen Kompetenzmessung 2011 und 2012, die zur Vorbereitung der Standard-Testungen in Deutsch, Mathematik und – an HS und AHS-Unterstufen – zur Selbst-Evaluation durch die LehrerInnen durchgeführt worden sind. Unklar ist derzeit, ob und wie die Sicherheitsrisiken, die zu diesem Datenleck geführt haben, bei den kommenden Standardtestungen, bei PISA- und anderen Erhebungen und insbesondere bei den zentralen Themenstellungen für schriftliche Reifeprüfungen ausgeschlossen werden.

Stopp aller zentralen Überprüfungen als erster gewerkschaftlicher Erfolg

Bis zur Klärung durch Bundeskriminalamt, Datenschutzbehörde und Staatsanwaltschaft hat die Bildungsministerin alle diese zentralen Überprüfungen ausgesetzt. Schulen, die in wenigen Monaten Teile der neuen Reifeprüfung erproben werden, verlieren das Vertrauen in das mit Themenstellung und Durchführung betraute BIFIE. Besonders betroffen sind alle SchülerInnen und LehrerInnen der 7. Klassen AHS, die sich als erster Jahrgang auf die neue Reifeprüfung 2015 vorbereiten. Die mit dem Datenleck verbundene Verunsicherung von SchülerInnen und LehrerInnen und der Vertrauensverlust sind mit der öffentlichen Entschuldigung der verantwortlichen Bundesministerin und der Aufnahme der behördlichen Ermittlungen nicht beseitigt.

Wahrung der Vertraulichkeit der LehrerInnendaten durch BMBF, und Landesschulräte

Wir unterstützen im Interesse der vom Datenleck betroffenen LehrerInnen und SchülerInnen an Volksschulen, Hauptschulen/NMS und AHS-Unterstufen und der Maturaklassen von AHS und BMHS alle bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung. Wir erwarten als weitere vertrauensbildende Maßnahme die verbindliche Erklärung von Ministerium und Landesschulbehörden, dass die bei der Informellen Kompetenzmessung 2011 und 2012 zugesagte Vertraulichkeit gewahrt bleibt und jede durch das Datenleck mögliche Verknüpfung der vom BIFIE erhobenen LehrerInnendaten und Testergebnisse unterbleibt.

Wiedereingliederung und Reorganisation des BIFIE als Bundesdienststelle

Wir fordern darüber hinaus die Aufhebung der 2008 erfolgten Ausgliederung des BIFIE, das mit der Durchführung der Reifeprüfung eine staatliche Aufgabe erfüllt und die im Umgang mit Daten die der öffentlichen Hand aufgetragene Sorgfaltspflicht beim Datenschutz vernachlässigt hat. Die gesetzlichen Auflagen des Datenschutzes sind auch im Fall der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand an private Anbieter sicherzustellen, nicht nur im Bildungsbereich.

Ministerverantwortung

Wir erwarten von der neuen Bildungs- und Frauenministerin, dass sie und ihre MitarbeiterInnen die Aufsichtspflicht gegenüber dem BIFIE konsequenter und rascher wahrnehmen als im aktuellen Fall des am 19. Dezember dem BIFIE und dem BMUKK gemeldeten und am 25.2.2014 öffentlich gewordenen Datenlecks.

Zur NMS-Diskussion

wolfgang_denktZur NMS Diskussion und der ZA Sitzung vom 17.2.14

Man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, ansonsten entsteht der Eindruck, es geht einem gar nicht um die Sache, sondern man will für oder gegen etwas „Stimmung machen“.

Sind die Ergebnisse der letzten Bildungsstandards-Überprüfung für die NMS wirklich so schlecht?

Wenn man Schulen miteinander vergleicht, dann muss das ein fairer Vergleich sein:

So ist im Bericht der Testergebnisse auch ein “fairer Vergleich” enthalten: Dabei wird angegeben, welches Ergebnis unter den gegebenen strukturellen Rahmenbedingungen der Schule (Standort und Zusammensetzung der Schülerpopulation, 11 unterschiedliche Parameter) zu erwarten wäre. Zurückgegriffen wird dabei z. B. auf den sozioökonomischen Status der Schüler, auf den Beruf der Eltern, deren höchste abgeschlossene Ausbildung sowie die Anzahl der Bücher, die im Haushalt herangezogen werden. Eine Schule mit hohem Migrantenanteil, in der Eltern vor allem lediglich einen Pflichtschulabschluss aufweisen, wird dementsprechend einen niedrigeren Erwartungswert aufweisen als eine Schule, in der praktisch alle Kinder Deutsch als Erstsprache und Akademiker als Eltern haben.

Liegt der Wert der Schule über dem Erwartungsbereich, sind die Ergebnisse der Schule besser als von den Rahmenbedingungen her zu erwarten bzw. umgekehrt.

Dazu ein konstruiertes Beispiel:

Schule A erreicht ein Ergebnis von 673 Punkten, ihr Erwartungsbereich liegt bei 681 bis 701 Punkten. Schule B schafft nur 567 Punkte, ihr Erwartungsbereich liegt allerdings bei 552 bis 532. Korrekte Interpretation laut BIFIE: Schule B ist zwar im reinen Testungsergebnis klar schwächer als Schule A. Aber – und jetzt kommt’s – die Leistung von Schule B ist höher einzuschätzen, als die von Schule A. An Schule B wurde trotz relativ ungünstiger Voraussetzungen mehr erreicht als zu erwarten war. An Schule A war es genau umgekehrt.

Eigentlich geben nur diese Werte einen realen Einblick über die Arbeit an der Schule wieder.

Wenn man diese Ergebnisse vergleicht, dann braucht sich keine NMS verstecken.

Es ist nur interessant, warum diese Zahlen für die Öffentlichkeit so geheim gehalten werden und warum man stattdessen eine völlig unfaire Diskussion in der Öffentlichkeit führt.

Ist es einfach nur Unwissenheit, oder müsste sich da so manche AHS hinterfragen lassen?

Natürlich ist eine NMS solange keine gemeinsame Schule mit all ihren Vorteilen, solange es noch zeitgleich eine AHS Unterstufe gibt.

Wir werden es aber nicht zulassen, dass man einen Schultyp in der öffentlichen Diskussion schlecht redet und stattdessen mit dem Dienstgeber eine NMS Offensive, hin zu einer wirklichen Stärkung der Schule erarbeiten.

So haben wir das bei der ZA Sitzung vom 17.2.beschlossen.

Einer unserer Vorschläge ist, dass wir für eine durch Indikatoren basierte Finanzierung der Pflichtschulen und AHS Unterstufen sorgen. So könnte es zum Beispiel für Kinder aus bildungsfernen, schwachen Schichten oder Schulen mit einem höheren Migrantenanteil, oder bei der Integration von SonderschülerInnen eine höheren Basis-oder Pro-Kopf-Finanzierung geben.

Sparpaket, Nulllohnrunde und die Hypo

Dieser Text als pdf zum Download >>>

null_bockSeit der Großdemonstration am Ballhausplatz am 18. Dezember 2013 sind einige Wochen vergangen und es ist still geworden, in der GÖD.

Aus 2,3% Gehaltserhöhung zur Inflationsabgeltung für 2013 ist nichts geworden.

Eine Aufhebung des Aufnahmestopps, ein Ende der prekären Dienstverhältnisse und nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Dienststellen und ausgegliederten Betrieben stehen weiterhin nicht auf der Agenda der neuen Bundesregierung.

Die Rücknahme des von SPÖ und ÖVP verordneten Sparpaketes „LehrerInnendienstrecht“ mit negativen Folgewirkungen für den gesamten öffentlichen Dienst ist nicht zu erwarten.

Eine Budgetkonsolidierung durch soziale und transparente Umverteilung von Reichtum und Spekulationsgewinnen (vermögensbezogene Steuern) wird von der ÖVP abgelehnt, der Koalitionspartner SPÖ hat´s akzeptiert.

Investitionen in den öffentlichen Dienst, in Bildung, Soziales, Gesundheit und Verwaltung sind nicht zu erwarten, denn der „Budgetpfad“ rechnet mit weiteren Personal-Einsparungen, Ausgliederungen und Auslagerungen von Bund, Ländern und Gemeinden.

Für ein „ausgeglicheneres“ Budget samt Hypo-Pleite sollen nicht Krisenverursacher und Krisengewinnler zahlen, sondern die Lohn- und MehrwertsteuerzahlerInnen, die prekär Beschäftigten, die Arbeitslosen, die Alten und die Jungen, deren Zukunft grad noch Wahlkampfthema war.

Eine Großdemo und 40.000 KollegInnen am Ballhausplatz waren nicht genug.

Eine Gewerkschaftliche Offensive ist notwendig!

Am 21. 1. 2014 einigten sich die GÖD-Verhandler auf Verlängerung der Nulllohnrunde 2013 um zwei weitere Monate bis zum 1.3.2014. Das bedeutet, dass für 2014 in Summe nicht 1,88% (1,55-2,55) Gehaltserhöhung erreicht wurden, wie die GÖD in ihren Aussendungen schreibt, sondern nur 1,56%.

Die Inflationsrate 2013 lag bei 2,3%. Die Regierung hat das bereits vor dem 17. Dezember angebotene Gesamtvolumen für 2014 nur unwesentlich verbessert. Die von den GÖD-Verhandlern für 2015 erreichte volle Teuerungsabgeltung +0,1% wird ebenfalls nicht ab 1.1.2015 wirksam, sondern wegen der 12-monatigen Laufzeit der 1,88% erst ab 1.3.2015.

Wir haben als einzige Fraktion in der GÖD-Bundeskonferenz am 14.1.2014 gegen diesen Abschluss argumentiert und gegen das Verhandlungsergebnis gestimmt.

Bestellung von SchulleiterInnen

Gestalten sie mit. Ihre Meinung zählt!

Noch in diesem Jahr wird es voraussichtlich zu einer Neuregelung der Schulleiterbestellung in Salzburg kommen. Wir wollen uns am „Oberösterreichischen Modell“ orientieren.

Welche Vorstellung haben sie dazu?

Natürlich sollten die LeiterInnen von den administrativen Arbeiten entlastet werden.
Natürlich sollten die LeiterInnen mehr bezahlt bekommen.
Nur das obliegt nicht der Landesgesetzgebung.

Allerdings: Wie wir zur bestmöglichen Leitung unserer Schulen kommen, das können wir auf Landesebene gestalten.

Die wesentlichen Eckpunkte des „OÖ Modells“ können sie in der nachfolgenden Aufstellung lesen.

Wolfgang Haag

Schreiben sie mir ihre Vorschläge: haag.w@aon.at


Modell Oberösterreich:

Details Objektivierung SchulleiterInnen:

Bewertungsgruppen und deren Gewichtung

Bewertungsgruppen_LeiterInnenbestellung

Auf Grund der Ergebnisse des Verfahrens macht das Amt des LSR dann einen Amtsvorschlag über die Bestellungsvorschläge inklusive Reihungsvorschläge, diese werden dann dem Kollegium des LSR zur Beschlussfassung vorgelegt. Entscheidend ist die absolute Mehrheit, also die Hälfte der Stimmen!

Bevor es zur Abstimmung kommt kann sich jede BerwerberIn beim Verdacht auf Mängel im Verfahren an den Kontrollrat wenden.

Grundsätzliches zum Assessment – Center:

Die Moderation des ACs obliegt der Abteilung Schulpsychologie des Landesschulrats.

Bewertungsteam

Das Bewertungsteam setzt sich zusammen aus:

  1. a) 1 Landesschulinspektor/in,
  2. b) 1 Bezirksschulinspektor/in,
  3. c) 4 Assessoren/Assessorinnen.

Für die unter c) genannte Assessorengruppe/Assessorinnengruppe nominiert jede im Landtag vertretene politische Partei je 6 Assessoren/Assessorinnen, von denen eine/r entsandt wird. Der jeweiligen Landtagsfraktion fällt auch das Recht der Abberufung ihrer nominierten Assessoren zu.

Die Assessoren/Assessorinnen erfahren eine entsprechende eingehende Schulung.

Ausschließungsgründe für die Auswahl von Bewertern/Bewerterinnen:

  • Bei der Auswahl der Bewerter/Bewerterinnen sind die gesetzlichen Bestimmungen über Befangenheit zu beachten.
  • Mitglieder und Ersatzmitglieder der Sektion I des Kollegiums des Landesschulrates für Oberösterreich können nicht Assessoren/Assessorinnen sein.
  • Mitglieder und Ersatzmitglieder der Kollegien der Bezirksschulräte, in deren Zuständigkeitsbereich die zu besetzende ausgeschriebene Leiter/innenstelle fällt bzw. sich die Stammschule des Bewerbers bzw. der Bewerberin befindet, können nicht Assessoren/Assessorinnen sein.

Zur genaueren Information hier das entsprechende pdf zum Download >>>