Flüchtlinge an Salzburger Pflichtschulen

Informationen zur Situation von Flüchtlingen an Salzburger Pflichtschulen.

wolfgang

Flüchtlinge und schulische Integration:

Aktuelle Daten der Grundversorgungsstelle des Landes Salzburg.

4911 Personen warten auf einen pos. Asylbescheid in Salzburg
479 unbegleitete Jugendliche halten sich in Sbg auf.

Davon sind:
650 Kinder bis 15 Jahren
388 sind im schulpflichtigen Alter( nicht enthalten sind hier jene die schon Asyl haben)

2500 Schüler (das sind 1,5% aller Schulpflichtigen) haben den Status des außerordentlichen Schülers. Davon sind 60% Kriegsflüchtlinge; 40 % kommen aus anderen EU-Staaten. Diese Schüler sind auf wenige Schulen aufgeteilt.

Stadt Salzburg:
Seit 1.10.2015 wurden 288 Schüler zusätzlich aufgenommen, davon 114 Flüchtlinge
79 Jugendliche wurden an AHS und BHS aufgenommen.
An drei Standorten( Liefering, Mirabell und Lehen) gibt es sog. Alphabetisierungsklassen. Dort sind jeweils 10 Schüler mit einer Lehrperson( 21h)

SprachhelferInnen- Pool

Diese sind schon an mehreren Schulen aktiv. In diesem Pool sind im Wesentlichen DolmetscherInnen aller Sprachen. Der Pool wurde vom Verein Akzente übernommen .Kann bei Bedarf von den Schulen angefragt werden.

Schule der Vielfalt
Dabei handelt es sich um eine Mappe mit Unterrichtsbeispielen zu den Themen: Sprache, Kultur, Religion und Zusammenleben. Jede Schule wird so eine Mappe erhalten.

Deutschkurse
Das Land Salzburg hat zusätzliche Sprachförderkurse im Ausmaß von 15 Planstellen genehmigt.

Weiterbildungen/ Seminare für Lehrende
Das Land Sbg. Finanziert weiterhin einschlägigen Kurs für LehrerInnen an der PH.

Schule verstehen-Kommunikationshilfe für Eltern/ Flucht und Traume an Schulen
Dazu gibt es auf der Seite des LSR einen Link.

Es fehlt an Lehrern für die Flüchtlinge in Salzburg

von Thomas Hödlmoser | Salzburger Nachrichten vom 07.01.2016 >>>

Zu wenig Sprachförderung, zu wenig psychologische Hilfe: Die Betreuung der Flüchtlingskinder funktioniere mehr schlecht als recht, sagen Pädagogen.

19 Schüler sitzen in der vierten Klasse einer städtischen Neuen Mittelschule. Elf von ihnen sind Flüchtlinge. Sie sind ohne Deutschkenntnisse nach Salzburg gekommen, auch Englisch können nicht alle. Stundenweise werden die jungen Flüchtlinge in einer Deutsch-Förderklasse zusammengefasst, wie eine Lehrerin der Schule berichtet. Das Unterrichten sei sehr schwierig: “Die sitzen drinnen und verstehen Bahnhof.”

Es brauche ein gänzlich anderes System, sagt die Pädagogin. Zuerst müssten die Kinder ordentlich Deutsch lernen und dann erst auf die regulären Klassen verteilt werden. Aber für den Sprachunterricht gebe es zu wenig Ressourcen.

Hört man sich in Lehrerkreisen um, hört man diese Klage häufig. Offen zugeben will das aber kaum jemand, am allerwenigsten die Direktoren, die um den Ruf ihrer Schulen fürchten.

wolfgangEiner von denen, die sich kein Blatt vor den Mund nehmen, ist just ein Grüner – Lehrergewerkschafter Wolfgang Haag. Manche Schüler würden im normalen Unterricht nicht viel mehr tun können, als die Zeit abzusitzen, sagt Haag. “Wer kann denn von uns Lehrern Arabisch? Der Schüler sitzt dann halt in der Klasse und schaut in sein Handy. Es ist ein Riesenproblem.” Schon jetzt hätten in der Stadt Salzburg mehr als die Hälfte der Pflichtschüler nicht Deutsch als Muttersprache. 2007 waren es noch rund 30 Prozent. Seit damals sei die Zahl der Sprachförderstunden aber gedeckelt, sagt Haag. “Es war schon ohne Flüchtlinge dramatisch, weil man mit den Ressourcen hinten und vorne nicht zusammenkommt.” Die Lehrerinnen und Lehrer täten ihr Möglichstes, sagt Haag. Aber das reiche nicht.

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Nein zum Sparkurs beim Bildungsbudget

Diese Information als Download >>>

oeli_ugInformation der unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD:

Wir brauchen JETZT Investitionen in die Bildung!

Aufgaben wie die Umsetzung der Inklusion, die Verbesserung ganztägiger Schulformen und der Betreuung von Flüchtlingen und Kindern mit Migrationshintergrund sind mit einem Sparbudget nicht seriös zu erfüllen.

Die im Bildungsbudget fehlenden Mittel dürfen nicht durch zusätzliche Belastungen der LehrerInnen aufgebracht werden.

Unsere Belastungsgrenze ist überschritten.

Als Reaktion auf die Budgetrede des Finanzministers stellen wir an die Bundesleitung der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer und Pflichtschullehrerinnen folgenden Antrag:

Die Bundesleitung möge beschließen:

Die Bundesvertretung der GÖD 10 protestiert gegen das Vorhaben der Bundesregierung, beim Bildungsbudget weiter zu sparen. Für den Fall eines dahingehenden Parlamentsbeschlusses werden drastische gewerk-schaftliche Kampfmaßnahmen angekündigt.

Unterzeichnet von den Mitgliedern der erweiterten Bundesleitung der PflichtschullehrerInnen: Wilfried Mayr, Renate Brunnbauer, Andreas Chvatal, Margit Holzschuster, Wolfgang Haag, Gabi Bogdan, Karl Pötz, Barbara Gessmann-Wetzinger

Freistellungsstreit

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!

wolfgang

Nachdem der Zentralausschuss unserer Personalvertretung fast ein halbes Jahr lang praktisch lahmgelegt war, wurde der „Freistellungsstreit“ vom Landesverwaltungsgericht nun entschieden. Zwar noch nicht endgültig – denn das Land Salzburg geht voraussichtlich in die Revision an den Bundesverwaltungsgerichtshof – aber das hat für die Rechtswirksamkeit keine aufschiebende Wirkung. Somit sind wir ZA-Mitglieder nun wieder ganz oder teilweise vom Unterricht freigestellt und können unsere Arbeit im ZA wieder in vollem Maße aufnehmen. Das ist für die Lehrerinnen und Lehrer das Wichtigste.

Falls Sie sich Fragen stellen wie „Was war da eigentlich los? War dieser Rechtsstreit notwendig? Was hat er gebracht? Wer hat wobei Recht bekommen?“…, dann lesen Sie weiter …

Es gibt wohl unterschiedliche Antworten auf diese Fragen, je nachdem, wie man die Dinge betrachtet und sie gewichtet.

Wir möchten hier nur versuchen, Ihnen verständlich zu machen, was geschehen ist, ohne dies zu bewerten:

1) Worum geht es bei den Freistellungen?

Die Freistellungen sind die wichtigste Ressource des ZA, denn die Arbeit im Zentralausschuss ist so zeitaufwendig, dass man sie nicht neben der Unterrichtsarbeit zufriedenstellend erledigen kann. Deshalb müssen die PersonalvertreterInnen dafür freigestellt sein, oder die KollegInnen an den Schulen müssen die notwendige freie Zeit für die ZA-Mitglieder aussupplieren. Der Zentralausschuss ist an sich ein überfraktionelles Gremium, das sich für alle LehrerInnen und Lehrer einsetzt. Andererseits stehen die PersonalvertreterInnen der unterschiedlichen Fraktionen in einem Konkurrenzverhältnis, denn sie werden von der Kollegenschaft alle fünf Jahre gewählt und diejenigen, die mehr Zeit für ihre Arbeit zur Verfügung haben, erhalten dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Über den Aufteilungsmodus der Freistellungen gibt es aber vom Gesetz her keine eindeutige Festlegung, lediglich sogenannte „Auffassungsexzesse“ sind ungesetzlich.

2) Was geschah nun nach der PV-Wahl?

Nach der Wahl hat die Mehrheitsfraktion, das Team Gierzinger, alle Freistellungen, die es für den ZA gibt, für sich selbst beansprucht. Das ist eine ungewöhnliche Entscheidung, die so noch nie getroffen wurde.

Außerdem hat der Dienstgeber einseitig beschlossen, die Anzahl der Freistellungen von vier auf drei Posten zu verringern. Auch das ist eine ungewöhnliche Entscheidung, die aus Sicht der Personalvertretung nicht nachvollziehbar ist.

In Folge hat einerseits der ZA mit einstimmigem Beschluss darum gekämpft, dass es wieder vier Freistellungen gibt, und andererseits haben die Minderheitsfraktionen im ZA darum gekämpft, dass die Freistellungen möglichst gerecht – dem Wahlausgang entsprechend – aufgeteilt werden.

Schließlich gab es im März einen Vorschlag des Teams Gierzinger, der auch für die Minderheitenfraktionen einen gewissen Anteil der Freistellungen vorsah – allerdings auf Basis von vier freien Posten. Da der Dienstgeber aber nur drei Freistellungen gewährte, erklärte er diesen ZA-Beschluss für nicht rechtens und setzte alle Freistellungen aus. Seit damals gab es faktisch keinen funktionsfähigen ZA mehr.

3) Nun hat das Landesverwaltungsgericht befunden, dass der ZA-Beschluss vom März sehr wohl rechtens war und dass er daher unverzüglich umzusetzen ist.

Es gelten ab nun folgende Freistellungen:

Team Gierzinger, SALVE: Sigi Gierzinger: 21 Stunden; Toni Polivka: 22 Stunden; Christine Haslauer: 22 Stunden; Gerhard Wildling: 7 Stunden;

Team Neubacher, CLV: Wolfgang Neubacher: 7 Stunden;

GRULUG: Wolfgang Haag: 7 Stunden

Und wie ich das sehe, ganz persönlich?

Zunächst einmal bin ich froh, dass diese Monate ohne funktionierenden ZA vorüber sind. Es war eine sehr belastende Zeit, da die allerwichtigsten Sitzungen und Arbeiten eben doch neben der Unterrichtsarbeit miterledigt werden mussten.

Die Arbeit im ZA ist für mich jetzt der Versuch eines „Neustarts“ und ich will mit keinen „Altlasten“ in die ZA-Arbeit gehen und daher keine Schuldzuweisungen verbreiten.

Einen Wunsch habe ich, eine Vision: dass wir in Zukunft mit noch mehr gegenseitiger Wertschätzung und Professionalität miteinander für die Kollegenschaft arbeiten. Die letzten Tage bzw. Sitzungen im ZA geben mir Anlass zur Hoffnung.

Wolfgang Haag