Einladung Future TALKS

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Nicht genügend“: Dieses Wort bedeutet eigentlich selten etwas Gutes. Erst recht nicht, wenn es auf dem Schulzeugnis steht. Geht es nach der neuen Bundesregierung, müssen auch Sechsjährige in Zukunft wieder verpflichtend mit Ziffernnoten beurteilt werden! Aber wie sinnvoll und gerecht ist es, den Erfolg von SchülerInnen mit Noten zu bewerten? Und, vor allem: Sind Noten ein „wahres“ Abbild von Leistungen oder doch nur ein subjektives Zerrbild?

Im Future Talk mit anschließender Diskussion geht der Bildungsforscher Univ.-Prof. (i.R.) Dr. Ferdinand Eder auf Basis österreichischer Daten der „Notenwahrheit“ auf den Grund und spricht über die Bedeutung von Schulnoten für den weiteren Lebensweg.

Dr. Ferdinand Eder war bis 2013 Professor für Pädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft an der Universität Salzburg. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Schul- und Unterrichtsforschung, Qualitätsentwicklung im Schulbereich, Interessenforschung, Berufspsychologie und LehrerInnenbildung.

FUTURE TALKS #9:
Univ.Prof.(i.R.) Dr. Ferdinand Eder:
Schulnoten auf dem Prüfstand
Gibt es „Notenwahrheit“?
Vortrag und Diskussion

DONNERSTAG 15. MÄRZ 2018, 19:00 UHR
Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg
Hörsaal Agnes-Muthspiel (HS E.002)
Anmeldung bis 13. März 2018 unter:
gruene@salzburg.gv.at
Entspannte Anreise ohne Auto:
O-Bus Linien 3,5 oder 8: Haltestelle Justizgebäude

What the Schuldgeldfreiheit?

Die Anfrage im Wortlaut >>>

Die Antwort des Landesschulrates >>>

What the Schuldgeldfreiheit? Was geht und was nicht. Wir haben es jetzt amtlich! >>>

In einem Schreiben an alle öffentlichen und privaten Schulen im Bundesland Salzburg mit der Zahl 7154/0022-AP/2017 vom 29.5.2017 formulierte der Landesschulrat für Salzburg: „Die Vorschreibung und Einhebung von (verpflichtenden) Kostenbeiträgen der Erziehungsberechtigten zwecks Durchführung der „Workshops“ am Schulstandort ist im Hinblick auf die Schuldgeldfreiheit nicht zulässig“.

Große Verunsicherung an den Schulen
Das war zwar nur die halbe Wahrheit, bewirkte aber eine massive Verunsicherung an den Salzburger Schulen. Weil viele Lehrerinnen und Lehrer nun nicht mehr wussten ob Elternbeiträge für diverse Workshops, Theatervorstellungen, etc. zulässig sind, wurden reihenweise bereits vereinbarte Termine gecancelt. Seitens des Landesschulrats gab es nur spärliche Auskünfte. Und weil sich zahlreiche Lehrkräfte nicht mit einem Fuß ins Kriminal stellen wollten fanden viele Veranstaltungen die sich lange bewährt haben und die rechtlich auch absolut korrekt ablaufen hätten können nun einfach nicht mehr statt. Eine Situation die für alle Seiten ziemlich unbefriedigend ist. Daher sind wir der Sache weiter nachgegangen.

Ausweg: Schulveranstaltungen!
Wie sich schnell herausfinden lässt gibt es nämlich die Möglichkeit so genannte Schulveranstaltungen abzuhalten. Ein wesentliches Merkmal von Schulveranstaltungen ist es, dass diese „der Ergänzung des lehrplanmäßigen Unterrichts“ dienen. Darüber hinaus können für Schulveranstaltungen auch Kostenbeiträge etwa für Fahrt, Nächtigung, Verpflegung, Eintritte, Kurse, Vorträge, und Arbeitsmaterialien von den Eltern eingehoben werden. (Diese Bestimmungen finden sich in der Schulveranstaltungenverordnung 1995 SchVV) Noch nähere Ausführungen zum Thema können in den Informationsblättern zum Schulrecht Teil 5 nachgelesen werden. Dort wird etwa präzisiert, dass grundsätzlich „im Rahmen von Schulveranstaltungen alles gemacht werden [kann], was der Ergänzung des Unterrichts dient“. So können etwa Ausstellungen, die Vorführung von Filmen oder Vorträge von schulfremden Personen ergänzend zum lehrplanmäßigen Unterricht als Schulveranstaltungen angeboten werden. Dabei kann die Finanzierung einer Schulveranstaltung auch durch den Elternverein oder durch außerschulische Stellen erfolgen.

Viele Fragen, endlich Antworten!
In der Praxis ergeben sich natürlich durchaus komplexe Anwendungsfälle. Und so wurden in den letzten Monaten an uns zahlreiche nicht ganz einfach zu beantwortende Fragen aus dem Schulalltag herangetragen, die wir versucht haben in mehrere Anwendungsbeispiele zusammenzufassen. Und da wir eine verlässliche Auskunft wollten, haben wir den Landesschulrat um eine rechtliche Beurteilung gebeten. Seit kurzem liegt uns die amtliche Beantwortung vor.

Positionen zum Autonomiepaket

Diese Information als Download >>>

wolfgang

POSITIONEN zum Autonomiepaket 2017
Fraktion Die GRÜNEN im LSR-Kollegium

1. Die Stärkung der Schulautonomie durch die Personalhoheit an der Schule verbessert eine qualitätsorientierte Teambildung an den Schulen. Unbedingte Voraussetzung dafür ist ein qualitativ hochwertiges Verfahren zur Bestellung der LeiterInnen und eine externe Evaluierung.

2. Die schulautonome Steuerung der Klassen- und Gruppengrößen, der Unterrichtszeiten und einzelner Projekte ist zu begrüßen, wenn die Ressourcenzuweisung indexbasiert, langfristig und transparent erfolgt. Auf das Bundesland bezogen muss den DirektorInnen und den Personalvertretungen voller Einblick in die Zuweisungsergebnisse und den Begründungen gewährt werden.

  1. Autonomie bei gleichzeitiger Kosten-Neutralität kann nicht funktionieren. Ein Einfrieren der Realstunden auf dem Niveau der Jahre 2015-17 würde einen akuten Mangel für die Folgejahre festschreiben. Die Schulen brauchen eine ergänzende ( sozial indizierte) Zuteilung von Ressourcen für autonome Schwerpunktsetzungen, für Integration, Inklusion, Sprachgruppen und individuelle Förderungen.
  2. Autonomie verlangt nach einer Gleichstellung von Bundes- und Landesschulen, von Bundes- und LandeslehrerInnen und nach der Möglichkeit von APS-/Bundesschulclustern, auch als Möglichkeit für Modellregionen. Das beinhaltet die Erweiterung der Pflichtschule auf die AHS –Unterstufe mit einheitlichen Aufgaben in den Bereichen Inklusion und sozialer Integration.

3. Die Bildung von Schulclustern ist dann sinnvoll, wenn es um die Zusammenfassung regional begrenzter kleinerer Schulen geht. Clustereinheiten mit über 1.300 SchülerInnen sind nicht wünschenswert.

4. Die Umformung der Landesschulräte in Bildungsdirektionen bedeutet lediglich ein Austauschen der Türschilder und der Briefköpfe, irgendeine Verschlankung der Bürokratie ist auf keiner Ebene erkennbar. Die Einführung von BildungsdirektorInnen führt zu festgeschriebenen Besoldungsmehrkosten gegenüber dem aktuellen System, weil die Besoldung eines(er) AP(in) zur Gänze eingespart werden kann, wenn die Funktion an ein Mitglied der jeweiligen Landesregierung gebunden wird.

5. Der Ersatz der Kollegien durch Beiräte ohne Entscheidungsbefugnis ist ein klarer Abbau demokratischer Strukturen und bedeutet eine Verlagerung der Entscheidungskompetenzen auf die Beamtenebene ohne strukturnahe Kontrollmöglichkeiten

  1. Die 2013 durch das Kollegium des Landesschulrates für Salzbburg erlassene Verordnung zur LeiterInnenbestellung an APS stellt ein qualitativ hochwertiges Instrument dar und bedarf nur marginaler Korrekturen.
  2. Eine indexbasierte Finanzierung des Schulsystems ist ein Ansatz zum Ausgleich unterschiedlicher sozialer Ausgangslagen von Schulen, das in mehreren Ländern und Regionen angewandt wird. (Überblick siehe Levačic 2008, Bacher u.a. 2010, Kuschej/Schönpflug 2014)

6. Für die zukünftigen Bestellungsverfahren ist positiv anzumerken, dass ein bundesweit einheitliches Verfahren angedacht ist. Die Art und Weise aber, wie die Begutachtungskommissionen einerseits gebildet werden und andererseits entscheiden sollen, kann nur ganz vehement abgelehnt werden.

  1. Die LeiterInnenbestellung erfolgt durch zwei politisierte Beamte und ebensolche GewerkschafterInnen bzw. PersonalvertreterInnen.
  2. Aus der Vierzahl des Gremiums ergibt sich die Möglichkeit eines Stimmenpatts, damit ist mit einem Dirimierungsrecht des Bildungsdirektors zu rechnen und der ohnehin schon politisch bestellte Beamte (die Beamtin) erhält eine unvertretbare Majorisierungsmöglichkeit gegenüber den DienstnehmervertreterInnen. Der bisher schon spärliche Rechtsschutz durch den Verfassungsgerichtshof bzw. durch die Verwaltungsgerichte wird nun zur Gänze ausgehebelt. Unter dem Schlagwort „Entpolitisierung“ soll nun die unkontrollierbare Willkür per Gesetz dauerhaft eingeführt werden.

7. Fragwürdig ist auch die Marginalisierung der Schulforen bzw. Schulgemeinschaftsausschüsse. Die Entscheidungsrechte sollen massiv eingeschränkt werden und lediglich eine Beratungsfunktion soll im Vordergrund stehen. Das bedeutet anstelle einer Demokratisierung die Stärkung der Schulleitung als monokratische Entscheidungsinstanz. Eine Stärkung der Schulleitung verlangt auch eine Stärkung der Personalvertretung3 und ein beschleunigtes § 10 (PVG) Verfahren mit direkter Anrufung der Personalaufsichtsbehörde mit aufschiebender Wirkung.

8. Während die Rolle der SchulärztInnen überarbeitet werden soll, wurde auf die Implementierung einer Vor-Ort Schulpsychologie völlig vergessen. Aus den bisherigen sehr erfolgreichen Pilotversuchen wird kein Handlungsbedarf abgeleitet. Weiters brauchen die Schulen die seit Jahren angekündigte Bereitstellung von sonderpädagogischem und sozialarbeitendem Unterstützungspersonal.

Salzburg, 6.4.2017
Hans Hebenstreit, Wolfgang Haag