Autonomie braucht Ressourcen

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Nun liegt also das „Schulreform-Paket“ zur parlamentarischen Begutachtung vor.

Dieses sogenannte „Autonomiepaket“ bringt aus unserer Sicht kaum brauchbare Lösungsansätze für die strukturellen und pädagogischen Herausforderungen unseres Bildungssystems.

Die Ressourcenzuteilung an die Schulen bzw. Cluster ist eine große Enttäuschung. Diese soll sich weiterhin an der 25er-Zahl orientieren, die Realstunden werden auf dem Niveau der Jahre 2015-17 eingefroren. Wie die Stunden im Cluster verteilt werden, entscheidet die Clusterleitung. Wir vermissen die für alle Schulen notwendige Erhöhung der Ressourcen für immer mehr Aufgaben der Schulen. Wir brauchen eine dauerhafte Stundenaufstockung für BeratungslehrerInnen, SozialarbeiterInnen, SonderpädagogInnen, Sprachförderung, Freifächer, Begabungsförderung etc.!

Es gibt keine wirklich autonomen Gestaltungsmöglichkeiten für die Schulstandorte, denn das Ministerium oder die Bildungsdirektion kann in deren Entscheidungen weiterhin eingreifen. Es gibt einige Entscheidungsfreiheiten für die Schul- bzw. Clusterleitungen – in diese müssen aber die LehrerInnen (welche die Entscheidungen dann umsetzen müssen) nicht eingebunden werden, ebenso wenig deren Personalvertretungen. Das fördert keine demokratische Schulhauskultur (in der alle Beteiligten Mitverantwortung übernehmen und ein Mitspracherecht haben) und wird deshalb von uns abgelehnt.

Der Einsatz von LehrerInnen an mehreren unterschiedlichen Schulen eines Clusters ist ein zweischneidiges Schwert: So kann dadurch zwar das Unterrichten ungeprüfter Fächer eingeschränkt werden, aber die Zusammenarbeit mit KollegInnen, die an mehreren Schulen unterrichten, ist oft sehr schwierig, wie bisherige Erfahrungen zeigen. Dabei ist die enge Zusammenarbeit der LehrerInnen vor allem an den NMS enorm wichtig – vielleicht wichtiger als fachgeprüftes Unterrichten. Außerdem kann es für LehrerInnen sehr unbefriedigend sein, sich mit keiner Schule richtig identifizieren zu können, weil sie ständig zwischen mehreren Schulen herumwandern müssen. Diejenigen KollegInnen, die Mangelfächer unterrichten, würden hier besonders stark betroffen sein.

Das dringend notwendige Verwaltungspersonal in den Pflichtschulen sollen wir uns selbst erwirtschaften. Durch Zusammenlegung mehrerer Schulen zu sog. Clustern erspart man sich Gehälter von SchulleiterInnen. Die Clusterleitung übernimmt einen Großteil der Verwaltung, die bisherigen DirektorInnen werden zu BereichsleiterInnen und müssen/dürfen wieder mehr unterrichten. Durch Ressourcen, die dadurch eingespart werden, soll mehr Verwaltungspersonal finanziert werden. Wir meinen, die frei werdenden Ressourcen bräuchten wir dringend für pädagogische Aufgaben und sollten je nach Bedarf von den Schulen autonom eingesetzt werden können. Die Finanzierung der Verwaltung der Schulen sehen wir als Aufgabe der Schulerhalter.

Die Regierung preist die geplante neue Regelung für Schulleitungsbestellungen als Entpolitisierung an, was sie in unseren Augen keineswegs ist – im Gegenteil. Bisher entschieden die „Kollegien des Landesschulrates“, in denen alle im Landtag vertretenen Parteien repräsentiert waren. Nach den neuen Plänen soll es künftig eine Kommission geben, in der jeweils zwei VertreterInnen des Arbeitgebers (BildungsdirektorIn und Schulaufsicht) und der ArbeiternehmerInnenseite (GÖD und ZA) über die Bestellungen entscheiden. Der parteipolitische Einfluss könnte so noch größer und vor allem intransparenter werden. Wir vermissen außerdem die Umsetzung unserer alten Forderung eines auf Zeit gewählten Schulleitungsteams.

Nicht nur die Lipizzaner…

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Sie ist alt, widersprüchlich, reformresistent, undemokratisch und wir brauchen sie:

Unsere Gewerkschaft, der saure Apfel, in den wir beißen müssen.

Es sind nicht nur die Lipizzaner oder die schöne Landschaft, worum uns die ganze Welt beneidet. Es ist auch die Sozialpartnerschaft, welche in unserem Land immer noch funktioniert, auf die der Rest der Welt mit Bewunderung blickt.

Für uns LehrerInnen heißt das, dass dem Arbeitsgeber, dem Staat (meistens dem Finanzministerium bzw. Unterrichtsministerium) eine starke Gewerkschaft, d. h. eine Gewerkschaft mit möglichst vielen Mitgliedern, bei allen relevanten Verhandlungen zu Berufsbelangen gegenübersitzt.

Diese Verhandlungen sind ein ganz pragmatisch geführtes Abtasten des Dienstgebers dahingehend, was die eine oder andere „Einsparung“ politisch kostet. Je mächtiger, sprich mitgliederstärker die GÖD ist, umso gewichtiger ist das Ja oder Nein des Arbeitnehmervertreters. Die momentan 240 000 GÖD-Mitglieder mit ihren Familienangehörigen sind eine entscheidende politische Macht im Land. Wären es noch mehr Mitglieder, wäre die Macht noch größer.

Daher kann es nur heißen: in die Gewerkschaft eintreten – und sie verändern, damit sie moderner und in sich demokratischer wird.

Doch bevor man etwas verändert, muss man es kennen.

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) ist ein Verein, der zum Ende der 2. Weltkrieges von den früheren sozialistischen, christlichen und kommunistischen Gewerkschaftsfunktionären gegründet wurde. Er ist in Fraktionen gegliedert, die meisten von ihnen stehen einer bestimmten politischen Partei nahe.

Das sind die derzeit im ÖGB vertretenen Fraktionen:

Die Fraktionen sollen im überparteilichen ÖGB (Österreichischer Gewerkschaftsbund) den notwendigen weltanschaulichen Spielraum gewährleisten.

Zu den Aufgaben der Fraktionen gehört es, die Beschlüsse und Zielsetzungen des ÖGB zu unterstützen und die Einheit des ÖGB zu wahren.

Sie betreiben Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliederwerbung, gewerkschaftspolitische Bildungsarbeit, versuchen Gewerkschaftsinteressen in ihnen nahe stehenden Parteien, Verbänden und Gruppen durchzusetzen oder zu fördern.

Die engen Verflechtungen zwischen den Fraktionen und ihren „Mutterparteien“, sowie die häufigen Mehrfachfunktionen (in der Gewerkschaft und in der Partei) ist in unseren Augen eines der Grundprobleme des ÖGB. Gewerkschaftsfunktionäre und -funktionärinnen befinden sich in dem Dilemma, dass die Interessen der ArbeitnehmerInnen oft den Interessen der Partei diametral entgegenstehen. Wem gegenüber zeigt man sich in so einem Falle loyal? Ist man in so einem Fall mehr GewerkschafterIn oder mehr Parteimitglied? Inwieweit sind die GewerkschaftsfunktionärInnen abhängig von der Partei? Wie sehr denken sie bei solchen Interessenskonflikten vielleicht mehr an ihre eigene Zukunft in der Partei als an die gewerkschaftlichen Interessen? (Manche streben ja von der Gewerkschaft aus eine Karriere innerhalb der Partei an.)

Die verschiedenen Berufsgruppen sind durch 7 Teilgewerkschaften vertreten.

Wir LehrerInnen sind in der „Gewerkschaft Öffentlicher Dienst“ (GÖD) vertreten.

Neben der zentralen Organisation auf Bundesebene (Bundeskongress, Bundesvorstand, Vorstand) gibt es die Landesorganisationen der Bundesländer.

Innerhalb der Landesorganisationen erfolgt der Kontakt mit den Mitgliedern der Gewerkschaft über die „Betriebsausschüsse“. Diese werden in den „Betrieben“ (ab einer gewissen Größe eines Betriebes) installiert.

Im Schulbereich gibt es hier einen Unterschied zwischen den Bundes- und den Landesschulen. Während bei den Bundesschulen (AHS, BHS) jede Schule als eigener Betrieb gilt, werden die Landesschulen (Pflichtschulen) nach Bezirk zusammengefasst. Für die Pflichtschulen gibt es einen „Gewerkschaftlichen Betriebsausschuss“ (GBA) für jeden Bezirk. Um den Kontakt zwischen den Schulen und der Gewerkschaft zu gewährleisten gibt es die sogenannten „gewerkschaftlichen Vertrauenspersonen“ an den Schulen (auch „Schulvertrauensperson der Gewerkschaft“ genannt). Sie haben die Aufgabe, Informationen der Gewerkschaft (über die Landesleitung) an die Mitglieder in den Schulen weiterzugeben, beziehungsweise Anliegen der KollegInnen an den GBA oder die Landesleitung heranzutragen. Schulvertrauenspersonen der Gewerkschaft haben keinen rechtlichen Status (im Gegensatz zu PersonalvertreterInnen), sondern sind lediglich interne Kontaktpersonen des Vereins „Gewerkschaft“. Sie werden an den Schulen von den Mitgliedern der Gewerkschaft jedes Jahr – mindestens aber alle vier Jahre – gewählt.

Die Bedeutung des ÖGB

Es gibt neben dem ÖGB noch andere Gewerkschaften, wie z.B. die „Freie Gewerkschaft Österreichs“ (1998 von der FPÖ gegründet) oder die „Unabhängige Bildungsgewerkschaft“, was aber an der Monopolstellung des ÖGB nichts ändert. Denn die Teilgewerkschaften des ÖGB sind zur Zeit die einzigen Verhandlungspartner, welche bei Kollektivvertragsverhandlungen mit der Regierung zugelassen sind.

Deshalb finden wir, dass es wichtig ist, Teil des ÖGB und Mitglied des ÖGB zu sein, auch wenn man mit vielem nicht einverstanden ist. Lieber von „innen heraus“ die Gewerkschaft erneuern, als neue gewerkschaftliche Vereine zu gründen, die nicht direkt mit dem Dienstgeber verhandeln können!

Join the Union – change the Union!

Wenn Sie noch nicht Mitglied sind und es gerne werden möchten, finden Sie hier > das dafür notwendige Formular.

Übrigens: Wenn Sie der Gewerkschaft (GÖD)beitreten, treten Sie damit nicht automatisch einer Gewerkschaftsfraktion, einer Partei oder einem LehrerInnenverein bei (auch wenn das häufig irrtümlicherweise so angenommen wird)! Nur die Gewerkschaftsmandatare müssen einer Fraktion angehören – nicht die Mitglieder der Gewerkschaft!

Wolfgang Haag, Monika Wölflingseder

Bildungsreform – Wem hilft sie! Wer braucht sie?

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wolfgang

Was verbessert die angekündigte Bildungsreform für SchülerInnen und LehrerInnen?

Inklusion, soziale Selektion, Bürokratismus, Flüchtlinge und besorgniserregende Entwicklungen in Hinblick auf Bildungs- und Berufslaufbahn brennen unter den „Fingernägeln“.

Welches dieser Probleme wird durch die neue Reform entschärft? >>>> KEINES!

Ganz im Gegenteil: Eine ersatzlose Streichung der KlassenschülerInnenhöchstzahl und der Eröffnungs- und Teilungszahlen ist völlig inakzeptabel. Diese Maßnahme führt angesichts jetzt schon zu knapper Ressourcen zwingend zu größeren Klassen und Lerngruppen und damit zu massiven Qualitätseinbußen.

Die Personalhoheit der Clusterleitung widerspricht jeglicher demokratischen Mitbestimmung durch SchulpartnerInnen und KollegInnen. Autonomie wird hier zum Synonym für Selbstverwaltung des Mangels und einer Zurückdrängung der spärlich vorhandenen Schuldemokratie.

Es braucht dringend einen Ausbau des Supportsystems, Maßnahmen zur Chancengerechtigkeit für alle SchülerInnen, kollegiale Leitungsteams auf Zeit und einen Abbau von sinnentleertem Bürokratismus.

Veränderte Oberflächenstrukturen als Ergebnis eines faulen politischen Kompromisses lassen dieses Vorhaben zu einer Scheinreform und einen damit verbundenen Demokratieabbau werden.

Veränderungen, die etwas bewirken, kosten Geld. Geld, das einerseits im System vorhanden ist, aber nicht in der Klasse ankommt, und andererseits fehlt, weil Österreich das einzige Land in der OECD mit sinkenden Bildungsausgaben ist. Die Umsetzung dieser Reform ist ein Sparpaket.

Wolfgang Haag

Flüchtlinge an Salzburger Pflichtschulen

Informationen zur Situation von Flüchtlingen an Salzburger Pflichtschulen.

wolfgang

Flüchtlinge und schulische Integration:

Aktuelle Daten der Grundversorgungsstelle des Landes Salzburg.

4911 Personen warten auf einen pos. Asylbescheid in Salzburg
479 unbegleitete Jugendliche halten sich in Sbg auf.

Davon sind:
650 Kinder bis 15 Jahren
388 sind im schulpflichtigen Alter( nicht enthalten sind hier jene die schon Asyl haben)

2500 Schüler (das sind 1,5% aller Schulpflichtigen) haben den Status des außerordentlichen Schülers. Davon sind 60% Kriegsflüchtlinge; 40 % kommen aus anderen EU-Staaten. Diese Schüler sind auf wenige Schulen aufgeteilt.

Stadt Salzburg:
Seit 1.10.2015 wurden 288 Schüler zusätzlich aufgenommen, davon 114 Flüchtlinge
79 Jugendliche wurden an AHS und BHS aufgenommen.
An drei Standorten( Liefering, Mirabell und Lehen) gibt es sog. Alphabetisierungsklassen. Dort sind jeweils 10 Schüler mit einer Lehrperson( 21h)

SprachhelferInnen- Pool

Diese sind schon an mehreren Schulen aktiv. In diesem Pool sind im Wesentlichen DolmetscherInnen aller Sprachen. Der Pool wurde vom Verein Akzente übernommen .Kann bei Bedarf von den Schulen angefragt werden.

Schule der Vielfalt
Dabei handelt es sich um eine Mappe mit Unterrichtsbeispielen zu den Themen: Sprache, Kultur, Religion und Zusammenleben. Jede Schule wird so eine Mappe erhalten.

Deutschkurse
Das Land Salzburg hat zusätzliche Sprachförderkurse im Ausmaß von 15 Planstellen genehmigt.

Weiterbildungen/ Seminare für Lehrende
Das Land Sbg. Finanziert weiterhin einschlägigen Kurs für LehrerInnen an der PH.

Schule verstehen-Kommunikationshilfe für Eltern/ Flucht und Traume an Schulen
Dazu gibt es auf der Seite des LSR einen Link.