Bildungsreform – Wem hilft sie! Wer braucht sie?

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wolfgang

Was verbessert die angekündigte Bildungsreform für SchülerInnen und LehrerInnen?

Inklusion, soziale Selektion, Bürokratismus, Flüchtlinge und besorgniserregende Entwicklungen in Hinblick auf Bildungs- und Berufslaufbahn brennen unter den „Fingernägeln“.

Welches dieser Probleme wird durch die neue Reform entschärft? >>>> KEINES!

Ganz im Gegenteil: Eine ersatzlose Streichung der KlassenschülerInnenhöchstzahl und der Eröffnungs- und Teilungszahlen ist völlig inakzeptabel. Diese Maßnahme führt angesichts jetzt schon zu knapper Ressourcen zwingend zu größeren Klassen und Lerngruppen und damit zu massiven Qualitätseinbußen.

Die Personalhoheit der Clusterleitung widerspricht jeglicher demokratischen Mitbestimmung durch SchulpartnerInnen und KollegInnen. Autonomie wird hier zum Synonym für Selbstverwaltung des Mangels und einer Zurückdrängung der spärlich vorhandenen Schuldemokratie.

Es braucht dringend einen Ausbau des Supportsystems, Maßnahmen zur Chancengerechtigkeit für alle SchülerInnen, kollegiale Leitungsteams auf Zeit und einen Abbau von sinnentleertem Bürokratismus.

Veränderte Oberflächenstrukturen als Ergebnis eines faulen politischen Kompromisses lassen dieses Vorhaben zu einer Scheinreform und einen damit verbundenen Demokratieabbau werden.

Veränderungen, die etwas bewirken, kosten Geld. Geld, das einerseits im System vorhanden ist, aber nicht in der Klasse ankommt, und andererseits fehlt, weil Österreich das einzige Land in der OECD mit sinkenden Bildungsausgaben ist. Die Umsetzung dieser Reform ist ein Sparpaket.

Wolfgang Haag

Flüchtlinge an Salzburger Pflichtschulen

Informationen zur Situation von Flüchtlingen an Salzburger Pflichtschulen.

wolfgang

Flüchtlinge und schulische Integration:

Aktuelle Daten der Grundversorgungsstelle des Landes Salzburg.

4911 Personen warten auf einen pos. Asylbescheid in Salzburg
479 unbegleitete Jugendliche halten sich in Sbg auf.

Davon sind:
650 Kinder bis 15 Jahren
388 sind im schulpflichtigen Alter( nicht enthalten sind hier jene die schon Asyl haben)

2500 Schüler (das sind 1,5% aller Schulpflichtigen) haben den Status des außerordentlichen Schülers. Davon sind 60% Kriegsflüchtlinge; 40 % kommen aus anderen EU-Staaten. Diese Schüler sind auf wenige Schulen aufgeteilt.

Stadt Salzburg:
Seit 1.10.2015 wurden 288 Schüler zusätzlich aufgenommen, davon 114 Flüchtlinge
79 Jugendliche wurden an AHS und BHS aufgenommen.
An drei Standorten( Liefering, Mirabell und Lehen) gibt es sog. Alphabetisierungsklassen. Dort sind jeweils 10 Schüler mit einer Lehrperson( 21h)

SprachhelferInnen- Pool

Diese sind schon an mehreren Schulen aktiv. In diesem Pool sind im Wesentlichen DolmetscherInnen aller Sprachen. Der Pool wurde vom Verein Akzente übernommen .Kann bei Bedarf von den Schulen angefragt werden.

Schule der Vielfalt
Dabei handelt es sich um eine Mappe mit Unterrichtsbeispielen zu den Themen: Sprache, Kultur, Religion und Zusammenleben. Jede Schule wird so eine Mappe erhalten.

Deutschkurse
Das Land Salzburg hat zusätzliche Sprachförderkurse im Ausmaß von 15 Planstellen genehmigt.

Weiterbildungen/ Seminare für Lehrende
Das Land Sbg. Finanziert weiterhin einschlägigen Kurs für LehrerInnen an der PH.

Schule verstehen-Kommunikationshilfe für Eltern/ Flucht und Traume an Schulen
Dazu gibt es auf der Seite des LSR einen Link.

Es fehlt an Lehrern für die Flüchtlinge in Salzburg

von Thomas Hödlmoser | Salzburger Nachrichten vom 07.01.2016 >>>

Zu wenig Sprachförderung, zu wenig psychologische Hilfe: Die Betreuung der Flüchtlingskinder funktioniere mehr schlecht als recht, sagen Pädagogen.

19 Schüler sitzen in der vierten Klasse einer städtischen Neuen Mittelschule. Elf von ihnen sind Flüchtlinge. Sie sind ohne Deutschkenntnisse nach Salzburg gekommen, auch Englisch können nicht alle. Stundenweise werden die jungen Flüchtlinge in einer Deutsch-Förderklasse zusammengefasst, wie eine Lehrerin der Schule berichtet. Das Unterrichten sei sehr schwierig: “Die sitzen drinnen und verstehen Bahnhof.”

Es brauche ein gänzlich anderes System, sagt die Pädagogin. Zuerst müssten die Kinder ordentlich Deutsch lernen und dann erst auf die regulären Klassen verteilt werden. Aber für den Sprachunterricht gebe es zu wenig Ressourcen.

Hört man sich in Lehrerkreisen um, hört man diese Klage häufig. Offen zugeben will das aber kaum jemand, am allerwenigsten die Direktoren, die um den Ruf ihrer Schulen fürchten.

wolfgangEiner von denen, die sich kein Blatt vor den Mund nehmen, ist just ein Grüner – Lehrergewerkschafter Wolfgang Haag. Manche Schüler würden im normalen Unterricht nicht viel mehr tun können, als die Zeit abzusitzen, sagt Haag. “Wer kann denn von uns Lehrern Arabisch? Der Schüler sitzt dann halt in der Klasse und schaut in sein Handy. Es ist ein Riesenproblem.” Schon jetzt hätten in der Stadt Salzburg mehr als die Hälfte der Pflichtschüler nicht Deutsch als Muttersprache. 2007 waren es noch rund 30 Prozent. Seit damals sei die Zahl der Sprachförderstunden aber gedeckelt, sagt Haag. “Es war schon ohne Flüchtlinge dramatisch, weil man mit den Ressourcen hinten und vorne nicht zusammenkommt.” Die Lehrerinnen und Lehrer täten ihr Möglichstes, sagt Haag. Aber das reiche nicht.

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Nein zum Sparkurs beim Bildungsbudget

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oeli_ugInformation der unabhängigen GewerkschafterInnen in der GÖD:

Wir brauchen JETZT Investitionen in die Bildung!

Aufgaben wie die Umsetzung der Inklusion, die Verbesserung ganztägiger Schulformen und der Betreuung von Flüchtlingen und Kindern mit Migrationshintergrund sind mit einem Sparbudget nicht seriös zu erfüllen.

Die im Bildungsbudget fehlenden Mittel dürfen nicht durch zusätzliche Belastungen der LehrerInnen aufgebracht werden.

Unsere Belastungsgrenze ist überschritten.

Als Reaktion auf die Budgetrede des Finanzministers stellen wir an die Bundesleitung der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer und Pflichtschullehrerinnen folgenden Antrag:

Die Bundesleitung möge beschließen:

Die Bundesvertretung der GÖD 10 protestiert gegen das Vorhaben der Bundesregierung, beim Bildungsbudget weiter zu sparen. Für den Fall eines dahingehenden Parlamentsbeschlusses werden drastische gewerk-schaftliche Kampfmaßnahmen angekündigt.

Unterzeichnet von den Mitgliedern der erweiterten Bundesleitung der PflichtschullehrerInnen: Wilfried Mayr, Renate Brunnbauer, Andreas Chvatal, Margit Holzschuster, Wolfgang Haag, Gabi Bogdan, Karl Pötz, Barbara Gessmann-Wetzinger